ZFR: Bericht – Religionen und Gesellschaft 2015

Das Zürcher Forum der Religionen [ZFR] veröffentlicht jährlich einen Bericht zur gesellschaftlichen Situation und gemeinschaftlichen Entwicklung der Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich.
Neben städtischen und kantonalen VertreterInnen und den öffentlich-anerkannten Gemeinschaften ist VIOZ als ständiges Mitglied im Vorstand des Forums vertreten.

“[…] Der von der VIOZ im Vorjahr lancierte Kurs für muslimische Notfallseelsorger, der vom Lotteriefonds des Kantons Zürich mit 500’000 Fr. unterstützt worden war, fand im Juni 2015 zu seinem Abschluss. Der Kurs, welcher den Teilnehmenden eine erste zertifizierte Seelsorge-Ausbildung für Muslime im Kanton Zürich ermöglichte, war ein grosser Erfolg. Am 15. Juni 2015 fand die feierliche Übergabe der Zertifikate an die muslimischen Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger statt. Imam Sakib Halilovic hielt in seiner Ansprache fest, dass dies „ein kleiner Schritt für die Projektleitung und die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger, aber ein grosser Schritt für die Muslime in der hiesigen Gesellschaft“ darstellt.

Im Oktober feierte die VIOZ ihr 20-jähriges Jubiläum. Seit 1995 setzt sie sich als Dachorganisation ein für die Anliegen der mittlerweile knapp 100 000 Personen, die sich im Kanton Zürich zum Islam bekennen. Der Anlass zur Gründung der VIOZ waren Verhandlungen mit der Stadt Zürich bezüglich eines geplanten muslimischen Friedhofs gewesen; den verschiedenen, vorwiegend ethnisch gruppierten Verbänden wurde damals klar, dass sie eine gemeinsame, übergreifende Institution benötigten, um ihre Interessen adäquat vertreten zu können. Es dauerte allerdings nach der Gründung noch 9 Jahre, bis in Zürich-Witikon ein erstes muslimisches Grabfeld eröffnet werden konnte. Im Laufe der Jahre wurde die VIOZ zu einem immer gefragteren Ansprechpartner für Behörden und Institutionen, sowohl auf städtischer als auch auf kantonaler Ebene, so zum Beispiel bei Fragen zu Schule und Unterricht. Jedoch sind noch viele gesellschaftliche Entwicklungen nötig, bis die VIOZ die drei Hauptziele, welche sie bei ihrer Gründung formulierte, erreicht hat; neben den muslimischen Grabfeldern sind dies eine zentrale städtische Moschee sowie die öffentlich-rechtliche Anerkennung (siehe Seite 6). Doch obwohl noch viel zu tun bleibt und das Repräsentieren von rund 40 verschiedenen muslimischen Gemeinden nach wie vor eine grosse Herausforderung darstellt, ist die VIOZ eine Erfolgsgeschichte, welche am Fest, welches anlässlich des Jubiläums stattfand, auch gebührend gefeiert wurde. Der Anlass, bei welchem neben zahlreichen Gästen und Angehörigen der verschiedenen muslimischen Gemeinschaften auch die Stadtpräsidentin Corinne Mauch und weitere Behördenvertreter zugegen waren, war ein voller Erfolg.

Im Herbst beteiligte sich die VIOZ aktiv an verschiedenen Veranstaltungen und Angeboten des „Festivals der Religionen“ (siehe Seite 21). Anfang November organisierte bzw. koordinierte die VIOZ wiederum einen Tag der offenen Moscheen (TOM), der gut besucht war und auch von den beteiligten Moscheen positiv beurteilt wurde.

Bei den Abklärungen hinsichtlich der beiden Moscheevereinen in Winterthur und Embrach, welche im Zusammenhang mit Jihad-Reisenden in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangt waren (siehe Seite 3), unterstützte die VIOZ aktiv die Behörden und trug damit zu einem konstruktiven und vertrauensbildenden Austausch bei.

Mit ihren Aktivitäten hat die VIOZ auch 2015 in mehrfacher Hinsicht zur Integration von Musliminnen und Muslimen beigetragen. Dazu gehören unter anderem arbeitsaufwendige Tätigkeiten im Interesse der Öffentlichkeit wie Moscheeführungen, Vorträge, Vermittlung von Fachreferenten, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Mitwirkung bei Schulprojekten und interreligiösen Aktivitäten. Eine wichtige Stütze bei dieser Arbeit sind die verschiedenen Fachkommissionen der VIOZ: Friedhof-Kommission, Jugendkommission, Bildung- und Beratungskommission und Seelsorgekommission. […]”

Den ganzen Bericht finden Sie hier.
Quelle: forum-der-religionen.ch, 30.08.2016
Bildquelle: Screenshot forum-der-religionen.ch vom 30.08.2016