Feierlichkeiten zum 20-jährigen VIOZ Jubiläum

Jubiläum 220-jährigen VIOZ Jubiläum

Am 24. Oktober 2015 fand die Feierlichkeit zum 20-jährigen Jubiläum der VIOZ statt. Neben den vielen Programmpunkten haben unsere Mitgliedsorganisationen Informationsstände sowie ein buntes kulinarisches Angebot für Besucherinnen und Besucher aufgestellt.

Ein besonderer Dank geht an die Zürcher Stadtpräsidentin, Frau Corine Mauch, die in ihrer Rede mit Freude auf die 20 Jahre guter Zusammenarbeit zurückgeblickte und betonte, dass VIOZ ein wichtiger Ansprechpartner für Zürich ist und die Muslime ein Teil der hiesigen Gesellschaft sind.

Prof. Dr. Schulze hatte am Anfang seines Inputreferats der VIOZ zum Geburtstag gratuliert und freute sich sichtlich an diesem feierlichen Anlass dabei gewesen zu sein. Wie Esma Isis-Arnautovic vom Schweizer Zentrum für Islam und Gesellschaft, die das Programm moderierte in der Ankündigung gesagt hatte, lassen sich viele Muslime in der Schweiz von Prof. Dr. Schulze inspirieren und anregen. Dies gelang ihm auch, denn mit seinem Inputreferat schaffte Prof. Schulze es die Anwesenden zu fesseln und neuen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Herr Dr. Peter Witter, der bei der „Geburtstunde der VIOZ“ im Zürcher Stadthaus 1995 dabei war und über die Jahre hinweg stets ein wichtiger Partner der VIOZ war, hatt sich ebenfalls die Zeit genommen und an der Feier teilgenommen.

Dr. Christof Sigrist betonte, dass es sich gehört zu einer Geburtstagsfeier mit einem Geschenk zu kommen und hatte die Gelegenheit genutzt persönlich ein Geschenk des Zürcher Forums der Religionen unserem Präsidenten zu überreichen.

Nach unserem Präsidenten, Dr. Mahmoud E-Guindi sprach auch unsere Vizepräsidentin, Frau Belkis Osman und gab einen Überblick der VIOZ-Aktivitäten.
Die Rede unseres Präsidenten stellen wir Ihnen anbei gerne zur Verfügung.

Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns bei den Vertreter der Mitgliedsorganisationen der VIOZ, Vertretern der reformierten, katholischen und christ-katholischen Kirchen, bei der Jüdisch Liberalen Gemeinde, dem Rat der Religionen, dem Zürcher Forum der Religionen, dem Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog (ehem. Zürcher Lehrhaus) sowie den Professorinnen und Professoren verschiedener Universitäten, den Vertretern der Politik sowie den anwesenden angereisten islamischen Verbänden, die sich alle die Zeit genommen haben und an dieser wichtigen Feierlichkeit der VIOZ teilzunehmen.

Höhepunkt des zweiten Teils der Feierlichkeit war der Koranrezitationswettbewerb für Kinder. Der zweite und dritte Platz ging an die Albanisch-Islamische Gemeinschaft aus Zürich und der erst Platz an die an den Verband der Islamischen Kulturzentren in Zürich. Alle Kinder die am Wettbewerb mitgemacht haben, werden einen Ehrenpreis erhalten.

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Rede des Präsidenten der VIOZ

بسم الله الرحمن الرحيم

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin Mauch,
Sehr geehrter Herr Prof. Schulze,
Sehr geehrte Gäste,
Meine sehr verehrten Damen und Herren

Das 20-jährige Jubiläum der VIOZ kommt in turbulenten Zeiten. Zig Tausende von Flüchtlingen stehen vor der Türe Europas und suchen Schutz und Hilfe. Der Mittlere Osten ist zerrissen, auch wenn die Lage dort weniger Katastrophal scheint als die Lage in Bosnien vor 20 Jahren als VIOZ gegründet wurde. Christliche und Muslimische Jugendliche, die mit sich oder der Welt unzufrieden sind, brechen nach Syrien auf und nehmen dabei den eigenen Tod oder das Töten anderer in Kauf oder suchen gar gezielt danach.

Auch an die Schweizer Grenzen kommen verzweifelte Flüchtlingen an und hoffen auf die traditionell humanitäre Schweiz und dies in einem wichtigen Wahljahr. Sie stellen uns vor Aufgaben in Logistik, Infrastruktur und humanitäre Herausforderungen und wecken oder bestätigen dabei diffuse Ängste in der Bevölkerung, die latent oder offensichtlich vorhanden sind. Dennoch anerkennt man in der Schweiz weitgehend den positiven Beitrag der Immigranten an die Volkswirtschaft und an das soziale Leben.

Im Nahen Osten erlebt man geschichtliche Umwälzungen, die irreversibel sind und die manifestieren, dass ein neues Bewusstsein in einer mehr und mehr global vernetzten Welt im Entstehen ist, wodurch Völker der postkolonialen Epoche auch die bestehenden wirtschaftlichen Missstände abstreifen möchten und Freiheit, Menschenwürde und Wohlstand suchen.

Kürzlich hat nach muslimischer Zeitrechnung ein Neujahr begonnen. Diese Zeitrechnung wird in Arabisch als “Hidschra” bezeichnet und “Hidschra” bedeutet ‚Auswanderung‘. Der muslimische Mondkalender beginnt mit der Auswanderung des Propheten Muhammad (saw) von Mekka nach Medina im Jahr 622 christlicher Zeitrechnung. Die Auswanderung gilt als eines der wichtigsten Ereignisse im Islam und symbolisiert im weiteren Sinn, dass man alles, was man liebt, wenn nötig zurück lassen muss um sich zu befreien; es ist ein Synonym für Hoffnung und Aufbruch zu Neuem.

Daher wollen wir unsere Hoffnung und unseren Optimismus nicht aufgeben und wollen als VIOZ im Raum Zürich und mit unseren Dachorganisationen schweizweit einen positiven und konstruktiven Beitrag zur Bewältigung bestehender und kommender Probleme leisten und zum Wohlergehen der Muslime und aller Bürger und Bewohner bzw. Bürgerinnen und Bewohnerinnen der Schweiz weiterhin beitragen und wünschen uns einen gleichwertigen Platz in unserer Gesellschaft, auch als Religionsgemeinschaft.

Daher haben wir trotz aller Meldungen über grosse Ereignisse, die Spuren in der Geschichte hinterlassen werden, viele Gründe für das Erreichte dankbar zu sein und unser 20-jähriges Jubiläum zu feiern, wir freuen uns sehr, dass Sie dies mit uns zusammen tun.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir allen Stellen, die uns unterstützen, herzlich danken. Hierzu zählen vor allem die Integrationsstellen in Stadt und Kanton Zürich, die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz, der Interreligiöse Runden Tisch des Kantons Zürich, das Zürcher Forum der Religionen, die Inter-Religiöse Arbeitsgemeinschaft Schweiz (IRAS), das Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog (ZIID, das ehemalige Zürcher Lehrhaus) sowie die Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) und die Koordinationsstelle für Islamische Organisationen der Schweiz (KIOS) sowie der Rat der Religionen, Bern.

Ich danke Ihnen herzlichst.

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