Tages Anzeiger vom 14. Juli 2016: «Neuer Schub für Zentralmoschee in Zürich»

«Neuer Schub für Zentralmoschee in Zürich»

Ab diesem August nimmt sich eine neue Moschee-Kommission unter der Leitung des Immobilienfachmanns und VIOZ Vorstandsmitglieds Naci Eren der Realisierung eines islamischen Kulturzentrums in Zürich an.
VIOZ Präsident Mahmoud El-Guindi informiert im Tages Anzeiger Interview mit dem Theologen und Fachjournalisten Michael Meier über die Hintergründe dieses langfristigen Projekts.

“[…] Die Idee einer Zentralmoschee oder eines islamischen Kulturzentrums Zürich beschäftigt die muslimischen Funktionäre bereits seit 20 Jahren. […]

Mehrfach hat sich El Guindi im Rahmen der interreligiösen Dialogplattform mit dem damaligen Zürcher Regierungsrat Martin Graf getroffen. Dieser hat die VIOZ beraten, wie man die Projektorganisation aufgleisen müsste. Daraus ist ein sechsseitiger Entwurf für einen Projektauftrag mit den verschiedenen Etappen entstanden. […] Dann müsse ein demokratisch abgestützter Verein mit allen Playern gegründet werden. Graf fände es richtig, wenn die Öffentlichkeit – ob Gemeinde, Stadt oder Kanton – für die zukünftige Moschee Land im Baurecht abgeben würde. «In einem Baurechtsvertrag kann man Auflagen machen und Gegenleistungen fordern.» Alles in allem sei das Projekt eine echte Herausforderung, zumal der Islam gegenwärtig einen schwierigen Stand habe. Höchst problematisch sei die heutige öffentliche Zurückhaltung, womit islamische Glaubensgemeinschaften in Hinterhöfe und damit in die Intransparenz «verbannt» würden. […]

Damit die Betriebskosten nachhaltig sind und die Moschee selbsttragend sein könnte, kann sich El Guindi auch eine Mantelnutzung des Kulturzentrums via Hotel oder Wohnungen vorstellen. Was er klar verwirft, ist die Idee, die neue Moschee in einer früheren Kirche unterzubringen. Auch Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist spricht sich gegen die Umnutzung einer Kirche in eine Moschee aus. Obwohl anderswo durchaus praktiziert, sei das in Zürich aus symbolischen Gründen nicht opportun. In dem von ihm präsidierten Zürcher Forum der Religionen sei das Projekt einer Zentralmoschee wiederholt und mehrheitlich zustimmend diskutiert worden. Für Sigrist ist es eine Sache des Respekts, dass die Muslime in der Stadt einen würdigen Sakralraum bekommen und «nicht länger hinter den sieben Geleisen in Garagen und Fabriken beten müssen». […]

Die Stadt lege Wert darauf, dass Zürcherinnen und Zürcher ihren Glauben sichtbar leben könnten, betont Stadtpräsidentin Corinne Mauch. Dazu gehöre eine angemessene bauliche Repräsentation mit Gotteshäusern. Die Idee eines islamischen Kulturzentrums sei ein regelmässiges Thema bei den Gesprächen zwischen der Stadt und der VIOZ. Die Stadt Zürich habe das Projekt für die griechisch-orthodoxe Kirche an der Rousseaustrasse mit einem Baurecht unterstützt. «Analog werden wir prüfen, wie eine allfällige städtische Unterstützung aussehen könnte, wenn eine andere Religionsgemeinschaft wie zum Beispiel die VIOZ ein entsprechendes Projekt ausarbeitet.» […]”

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Quelle: tagesanzeiger.ch, 14.07.2016
Bildquelle: Screenshot tagesanzeiger.ch, 14.07.2016