Solidarität bekunden in der Corona-Krise

Im Einklang mit unserem Glaubensverständnis rufen wir zusammen mit dem Schweizerischen Dachverband FIDS unsere Mitglieder dazu auf den Empfehlungen des Bundesrates Folge zu leisten, sich an die Anweisungen zu halten und nach Möglichkeiten dort zu unterstützen wo dies dringend gebraucht wird.

Während wir angehalten werden alle zu Hause zu bleiben und nur für das Nötigste das Haus zu verlassen, sind andere Personen, die sich in der Risikogruppe befinden, in einer prekären Lage. Sie können das allernötigste, wie z.B. Lebensmittel für den täglichen Bedarf, für sich nicht besorgen. Hilfe wird auch in anderen Bereichen benötigt, unter anderem in Spitälern und in sozial benachteiligten Familien. In dieser Situation sind wir angehalten unsere Solidarität zu bekunden.
Deshalb wenden wir uns heute an Euch, geschätzte Geschwister, mit der Bitte Eure Moscheen und Vereine um folgende konkrete Aktionsmöglichkeiten zu informieren:

  • Nachbarschaftshilfe
  • Blutspenden
  • Hilfe für Homeschooling

Bei allen Hilfsangeboten wird den Vereinen (Moscheen) empfohlen, sich in den lokalen Strukturen (Gemeinde, Schule, usw.) einzugliedern und so ihre Hilfe lokal anzubieten.

1. Nachbarschaftshilfe:
Personen, die nicht zur Risikogruppe gehören, bieten in der Nachbarschaft die eigene Hilfe an. Dies kann in der Erledigung der Einkäufe sein oder anderen Arten der Unterstützung.

Variante 1: Das Hilfeangebot kann individuell den Nachbarn angeboten werden (z.B. an der Haustüre ein Blatt aufhängen und das Hilfeangebot kundtun, inkl. Name und Telefonnummer).
Die Moscheen und Vereine können ihre Mitglieder über die oben genannte Vorgehensweise informieren (per Mail, WhatsApp, über Facebook u. Ä.). Die Mitglieder können dann den oben genannten Vorschlag im eigenen Haus/Quartier umsetzten, wenn sie mögen und können.

Variante 2: Empfehlenswert ist, dass die Moscheen und Vereine sich an die bestehenden Strukturen wenden und ihre Hilfe dort anbieten. Aufgrund der aktuellen schwierigen Situation scheint sinnvoll zu sein, dass die bestehenden Angebote in den Gemeinden unterstützt werden. Dies kann beispielsweise bei der Stadt/ in der Gemeinde/ bei der Staatskanzlei usw. sein. Davor wird den Moscheen empfohlen eine Liste von jüngeren Mitgliedern zusammenzustellen, die man dann entsprechend einsetzen kann.

2. Blutspenden:

Auch in Zeiten des Coronavirus sind die Spitäler dringend auf Blutspenden angewiesen. Damit die Patientinnen und Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können, wurden in diversen Regionen Blutspendenaufrufe gemacht.

Vorgehen: Sollte Bedarf an Blutspenden bestehen, so empfehlen wir den Mitgliedsorganisationen diese Information an alle Moscheen und Vereine weiterzuleiten, so dass sie in der eigenen Gemeinschaft nach Personen suchen, die bereit sind Blut zu spenden.

3. Hilfe für Homeschooling:
In der schwierigen Lage gibt es diverse Familien, die aus verschiedenen Gründen mit der Homeschooling-Aufgabe überfordert sind. In dieser Situation könnten sich die Moscheen als Vermittlungsstelle anbieten.

Zielgruppe: Kinder aus Familien, die dringend Unterstützung benötigen. Insbesondere geht es hier um Primarschulkinder, deren Eltern nicht in der Lage sind mit ihnen die Homeschooling adäquat umzusetzen. Die Moscheen bitten die Hilfe den lokalen Schulen an. In Zusammenarbeit mit den Schulen/Schulleitern können solche Familien eruiert werden.

Vorgehen: Die Moscheen informieren ihre Mitglieder über diesen Bedarf und fragen Musliminnen und Muslime in den Moscheen an, ob sie gerne in diesen Bereichen unterstützen möchten.
Die Lernhilfe kann über Videochat (z.B. WhatsApp, Facetime, Viber, Skype, Zoom usw.) erfolgen. Personen, die hier Hilfe anbieten können sind bspw. Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer usw.
Entsprechend wird den Moscheen empfohlen konkret auf die oben genannte Gruppe zuzugehen und sie proaktiv zu fragen, ob sie Kapazität für Nachhilfeunterricht haben.
Damit die Qualitätserfordernis eingehalten wird, empfehlen wir ein Video-Call von min. 45 Min. pro Woche zu machen. Diese sollte wöchentlich wiederholte werden. Natürlich kann vereinbart werden, dass man mehrere Stunden Hilfe anbietet.

Wir hoffen, dass wir in diesen schweren Zeiten zusammenhalten und Solidarität bekunden.
Wir wünschen der Schweiz und der ganzen Welt, dass diese Krankheit ein baldiges Ende nimmt und kranke Personen bald wieder genesen.