OSTERBOTSCHAFT des Zürcher Forums der Religionen

Zürich, 3. April 2015
Pressemitteilung

Zum Anlass der feierlichen Osterzeit, der Zeit der Erneuerung und Tage kommender Freude möchten wir vom ZFR einander und alle mit uns verbundenen Menschen in der Ansicht bestärken: Nur in der Entwicklung eines respektvollen Umgangs mit dem jeweils Fremden, der souveränen Anerkennung anderer Weltsichten und einem offenen, nach dem Guten forschenden Dialog ist es möglich, in der heutigen komplexen, durch verschiedenste Abhängigkeiten verknüpften Welt eine gemeinsame Zukunft zu entwickeln und zu erleben.

Nicht bestärken wollen wir, dass Unverständnis, unaufgeklärte Missverständnisse, böswillige Vermutungen und Ablehnung, Pauschalisierungen oder gar Hass uns einander entfremden. Stimmen, die zum gemeinsam Möglichen rufen und nicht Gemeinsames verunmöglichen, wollen wir verstärken und ihrer Richtungsweisung gerne folgen.

Zu bedenken wollen wir auch geben, dass es ein wohl gottgefälliger Weg ist, in der lebendigen Begegnung mit fremden Menschen, ihrem Denken und ihren Gebräuchen, die eigene Identität neu zu definieren, zu gestalten, ja zu bestärken! Dass die grundsätzliche Akzeptanz und nicht prinzipielle Zurückweisung Wege darstellen, auf dem bisweilen überraschende Aspekte der ureigensten Identität gewonnen werden, erscheint uns Teil der interreligiösen Dialogs und der Friedensarbeit.

Mögen alle Bemühungen des aufrichtigen Dialogs und aufeinander Zugehens zum Erfolg führen und der Integration von Minderheiten fremder Religionen und Kulturen dienen. Wir leben in der Stadt Zürich als Konglomerat von religiösen und konfessionellen Minderheiten. Das aufeinander Zugehen, das miteinander im Gesprächsein und die bereichernde Begegnung untereinander sind lichtvolle Zeichen des Friedens, die unseren Gemeinschaften, Kirchen und Religionen in höchster Stellung und Verantwortung führend und reformierend voranstehen und den Weg zu einem respektvollen und friedlichen Zusammenleben zeigen.

Zürcher Forum der Religionen

Pfr. Christoph Sigrist, Präsident
Mahmoud El Guindi, Christof Meier, Pfarrerin Melanie Handschuh, Vorstand
Virginia Sutter Reich, Geschäftsführerin