Neuigkeiten

Mit Dialog und Kooperation, statt mit Provokation die Islamophobie abbauen

STELLUNGNAHME zur Kundgebung des IZRS vom 29. Oktober 2011 auf dem Bundesplatz in Bern

Mit Dialog und Kooperation, statt mit Provokation die Islamophobie abbauen
Die Arbeitsgemeinschaft „Islamische Verbände Schweiz“ IVS, beteiligt sich nicht an der Kundgebung, die der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) am Samstag, 29. Oktober 2011, auf dem Bundesplatz in Bern veranstaltet, auch wenn das Thema grundsätzlich berechtigt ist, mit einem «Tag gegen Islamophobie» auf die Ausgrenzung und Diskriminierung hinzuweisen, die viele muslimische Frauen und Männer in der Schweiz fast täglich erfahren. Auch unsere Mitglieder leiden darunter, wenn ihnen allein wegen ihrer Religionszugehörigkeit wegen mit Misstrauen und Ablehnung begegnet wird. So entschieden wir Muslime für die Schweizer Rechtsordnung eintreten, so entschieden
fordern wir auch, dass die Grundrechte der Bundesverfassung für uns genau so ohne Diskriminierung gelten, wie für alle anderen Einwohner des Landes.

Die Arbeitsgemeinschaft „Islamische Verbände Schweiz“ wendet sich unmissverständlich gegen alle Formen der Diskrimination und Islamophobie. Doch sind wir der Meinung, dass unser Engagement gegen Islamophobie sich nicht der gleichen schrillen und verzerrenden Mittel bedienen darf. Deshalb erachten wir es als falsch und schädlich, dass der IZRS die Diskriminierung von Muslimen mit einer Art Stern thematisiert, welcher dem Judenstern der Nationalsozialisten nachempfunden ist. Es ist unethisch und verletzt nicht nur unsere jüdischen Mitbürger, wenn dieses historisch belastete Symbol zur billigen Provokation missbraucht wird. Es verbietet sich, die aktuelle Diskriminierung von Muslimen mit dem Völkermord der Nazis an den Juden in Verbindung zu bringen. Der IZRS schadet mit solchen propagandistischen Mitteln dem Image und den Interessen der Muslime in der Schweiz.

Die Arbeitsgemeinschaft „Islamische Verbände Schweiz“ ist davon überzeugt, dass es gegen islamophobe Tendenzen in der Schweiz nur einen sinnvollen Weg gibt: den geduldigen und oft schwierigen Dialog mit den Behörden und mit der Öffentlichkeit. Das produziert zwar weniger Aufsehen und Schlagzeilen als Aktionen wie jene des IZRS – aber durch Bildung gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens im Gespräch mit der Schweizer Bevölkerung und den politischen Instanzen lassen sich Vorurteile und Fehlinformationen besser abbauen, als mit Provokationen und Streit. Und darauf kommt es letztlich an – im Interesse aller muslimischen und der nichtmuslimischen Einwohner der Schweiz.

Islamische Verbände Schweiz
Arbeitsgemeinschaft der FIDS und KIOS

Co – Präsidenten:

Dr. H. Maizar & Dr. F. Afshar

 

Die Stellungnahme der ISLAMISCHE VERBÄNDE SCHWEIZ – Arbeitsgemeinschaft der KIOS und FIDS – finden Sie hier.