Tagblatt vom 17. Februar 2018: «Muslimische Seelsorge in Geldnot»

“Im Sommer endet der Einsatz von muslimischen Seelsorgern im Bundesasylzentrum in Zürich. Ob das Angebot dereinst weitergeführt wird, ist höchst ungewiss – eine offene Frage ist die Finanzierung.

Nachdem ihr Gesuch abgelehnt wurde, können Asylsuchende in eine tiefe Lebenskrise fallen und Selbstmordgedanken entwickeln. Wir können Kurzschlusshandlungen verhindern helfen
Belkis Osman, muslimische Seelsorgerin

Im Rahmen eines seit Mitte 2016 laufenden Pilotprojekts des Bundes ist die Schweizerin mit türkischen Wurzeln im Bundesasylzentrum in Zürich als muslimische Seelsorgerin tätig. […]

Überhaupt fällt das Fazit durchweg positiv aus: Die drei muslimischen Seelsorger – die sowohl vom SEM wie auch vom Nachrichtendienst durchleuchtet wurden – seien Brückenbauer zwischen der Kultur des jeweiligen Herkunftslandes und den hie­sigen Lebensumständen. Weil Menschen gerade in Krisensituationen empfänglich seien für extreme Ideologien, sei die muslimische Seelsorge im Asylzentrum auch ein wichtiger Schutz gegen eine mögliche Radikalisierung. […] «Es ist wichtig, dass diese Seelsorge weiterexistiert», so das Fazit von Belkis Osman. […]

Die Frage der Finanzierung ist denn auch einer der Hauptgründe für die fehlende Zukunfts­perspektive der islamischen ­Asylseelsorge.
Für die Löhne der christlichen Seelsorger, die in den Asylunterkünften tätig sind, kommen die Landeskirchen auf. Anders als muslimische Organisationen können sich diese auf die Kirchensteuern von Mitgliedern und von Firmen sowie auf Staatsbeiträge stützen, wobei die Finanzierung von Kanton zu ­Kanton divergiert. […]”

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Quelle: tagblatt.ch, 17.02.2018
Bildquelle: Screenshot von tagblatt.ch vom 17.02.2018