SRF Rendez-vous vom 16. Februar 2018: «Wie die muslimischen Seelsorger arbeiten»

“Die Barackensiedlung des Bundesasylzentrums im Zürcher Industriequartier wirkt an diesem kaltnassen Nachmittag noch trostloser als sonst schon. Auch der Ort, an dem die Bewohnerinnen und Bewohner des Asylzentrums Trost finden können, ist einfach eine schmucklose, graue Baustellen-Baracke. «Der Ort ist nicht gerade spirituell», sagt auch Seelsorgerin Belkis Osman-Besler. Es gibt einen Spielraum mit Billardtisch und Töggelikasten, daneben kommt der Fitnessraum. Nebenan ist die Schule. «Mittendrin sind wir, die Seelsorge. Bei uns kann man anklopfen, wenn wir da sind», sagt Osman.

Sie fallen in ein tiefes Loch. Sie da wieder herauszuholen, ist eine grosse Arbeit.
Belkis Osman-BeslerMuslimische Seelsorgerin

Zwei Tage in der Woche ist Zürcher Religionspädagogin mit türkischen Wurzeln als Seelsorgerin hier tätig. Ihr Arbeitsort ist ein schlichter Raum mit drei gepolsterten Stühlen, einem elektrischen Heizkörper und einem Salontisch. «Taschentücher sind wichtig, denn ab und zu weinen die Leute.» […] Die Korane und Bibeln im Büchergestell kommen kaum je zum Einsatz. Sowieso gehe es in den Gesprächen eigentlich nie um Religion direkt, so Osman. Aber es sei trotzdem wichtig, dass sie und ihre beiden Seelsorgekollegen eben Muslime seien und arabisch sprechen würden: «Es bildet sich eine andere Basis, wenn sie sehen, dass die Seelsorger auch Muslime sind. Das Vertrauen ist viel schneller da.» […]

Gemäss dem Evaluationsbericht des Bundes leisten die muslimische Seelsorger einen wichtigen Beitrag, um Extremismus den Nährboden zu entziehen und sie trage zu einem guten Zusammenleben im Asylzentrum bei. […]”

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Quelle: srf.ch, 16.02.2018
Bildquelle: Screenshot von srf.ch vom 16.02.2018