kath.ch vom 21. Februar 2018: «Ein kleinmütiger und voreiliger Entscheid»

“Die muslimische Seelsorge im Asylzentrum Juch geht auf eine Anregung des Interreligiösen Runden Tischs im Kanton Zürich zurück. Entsprechend zeigt sich das Gremium enttäuscht über den Entscheid des Staatssekretariats für Migration, das erfolgreiche Projekt wegen fehlender Finanzen einzustellen, schreibt Markus Köferli, Sekretär des Runden Tischs, in seinem Gastkommentar. […]

Einerseits wirke sich die muslimische der Seelsorge positiv auf das Wohlbefinden der Asylsuchenden und der mit ihnen Arbeitenden aus. Ausserdem sei die Interreligiosität zwischen christlichen und muslimischen Seelsorgenden gelungen, sie bringe einen friedensfördernden Impuls zum Ausdruck. […]

Dass dieses erfolgreiche Pilotprojekt mit gesamtgesellschaftlichem Nutzen nun durch das Sem aus finanziellen und legalistischen Gründen per Ende Juni eingestellt wird, ist kleinmütig und voreilig. Auch werden damit einmal mehr selbsternannte Experten wie Frau Keller-Messahli unterstützt, die in der Tagesschau vom 16. Februar jegliche Zusammenarbeit mit islamischen Verbänden ablehnte. Hier wird fahrlässig verallgemeinert und ein rigoroses Bedrohungsszenario gepredigt, das keiner ernsthaften Analyse standhält.

Der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich, der 2013 die Erweiterung der Seelsorge beim Sem angeregt hat, bedauert den Entscheid. Die Zürcher Involvierten wurden – trotz gegenteiliger Versprechen im letzten Sommer – nicht einbezogen. Zumindest für das Zentrum Juch hätten doch gemeinsam auch Mittel und Wege gefunden werden können, dieses erwiesenermassen positiv wirkende Projekt weiterzuführen. Wir bleiben dran!”

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Quelle: kath.ch, 21.02.2018
Bildquelle: Screenshot von kath.ch vom 21.02.2018