Die VIOZ wird 25 – Wer ist die VIOZ?

Bei einem Blick 25 Jahre in die Vergangenheit, kommt es einem so vor, als sei es schon eine Ewigkeit her seit der Gründung der Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich (VIOZ). Tatsächlich war das im letzten Jahrhundert. Die VIOZ ist jedoch „erst“ ein Vierteljahrhundert alt. Dennoch hat sie eine grosse Geschichte. Wir wollen in Erinnerung rufen wie und von wem die VIOZ gegründet wurde, was die Umstände waren, aber auch was die VIOZ für die Gesellschaft und die Gemeinschaft geleistet hat.

Ob man es damals als Flüchtlingswelle bezeichnet hat, soll als offene Frage stehen bleiben. Aber es wurden viele Flüchtlinge aus dem Balkan (vor allem aus Bosnien und Herzegowina) in der Schweiz aufgenommen. Eine grosse Zahl dieser Flüchtlinge hatten einen muslimischen Hintergrund. Damit wuchs die muslimische Gemeinschaft im Kanton, vor allem auch in der Stadt Zürich.

Es heisst so schön, dass das Leben seine eigene Geschichte schreibt. So gab es viele die hierher flüchteten um ihr Leben vor den Schrecken des Krieges zu retten, ihrer Familie und sich selbst eine Perspektive zu schaffen und ein normales Leben zu führen. Doch bei manchen trat plötzlich eine unheilbare Krankheit ein oder ein Unfall ereignete sich, womit alle Pläne und Träume zu platzen schienen. Auf einmal wurden neue Fragen gestellt. Fragen über die man sich nie Gedanken gemacht hat: „Wo wird mein Vater nun beerdigt? Eine Überführung ins Heimatland ist nicht möglich. Gibt es denn überhaupt ein muslimisches Grabfeld?“ Mit solchen und ähnlichen Fragen gelangten Musliminnen und Muslime mit ihren Gemeinschaften bereits 1994 an die Stadt Zürich. Schon damals war die Heterogenität der muslimischen Gemeinschaft deutlich sichtbar. Der Stadt war es nicht möglich mit einer Vielzahl von Gemeinschaften Einzellösungen zu suchen. Der damalige Integrationsbeauftragte der Stadt Zürich Peter Wittwer (gest. 2020) schlug den muslimischen Gemeinschaften vor einen Dachverband zu gründen. Eine Organisation welche Musliminnen und Muslime in der Stadt Zürich und dem Kanton vertritt und als Sprachrohr der muslimischen Gemeinschaften fungiert. Rund zehn Jahre später wurde das Begehren eines muslimischen Grabfeldes in der Stadt Zürich realisiert. Dieses wurde am 22. Juni 2004 in Anwesenheit des damaligen Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber eröffnet

Der VIOZ-Vorstand und das Präsidium setzen sich aus Delegierten der Mitgliedsorganisationen zusammen und werden aus deren Mitte an der Mitgliederversammlung demokratisch gewählt. Nebst dem aktiven Vorstand werden verschiedene Fachthemen in operativen Kommissionen erarbeitet. Seit 2011 hat die VIOZ auch ein administratives Sekretariat.

Trotz beschränkter Ressourcen kann die VIOZ auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken als stolze Brückenbauerin zwischen der Gesellschaft und der heterogenen muslimischen Gemeinschaft. Sie ist auch Vorreiterin mit der Grundsatzerklärung aus dem Jahr 2005, in der sich die VIOZ und ihre Mitgliedsorganisationen klar für die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für den Frieden, gegen die Gewalt, für die Menschenrechte, für die Gleichberechtigung, für die Integration und für den interreligiösen Dialog bekennen. Dieses Bekenntnis wird immer wieder aufs Neue bekräftigt mit dem konstanten gesellschaftlichen Engagement der VIOZ und ihrer Mitgliedsorganisationen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Grundsatzerklärung weltweit als Grundlage dient und bereits etliche Male in den öffentlichen Medien und der Forschung erwähnt und zitiert worden ist.

Die aktuelle Covid-19-Pandemie hat es uns leider nicht ermöglicht dieses 25-jährige Jubiläum in einem gebührenden Rahmen zu feiern, was aber nicht heissen soll, dass wir das nicht nachholen werden. Die VIOZ wird zu ihrem 25-sten Geburtstag ihre Erfolgsgeschichte erzählen und erfolgreiche Geschichten aus der muslimischen Gemeinschaft präsentieren. Wir bleiben weiterhin in der Vielfalt vereint und schaffen dies aus eigenen Ressourcen heraus, ohne die Unterstützung ausländischer Geldgeber und den Einfluss von Ideologien, die nichts mit der Lebensrealität der allermeisten Musliminnen und Muslime in Zürich und in der Schweiz gemeinsam haben. Mit Stolz erzählen wir unsere Erfolgsgeschichte.