16. September – ZHAW-Studie: «Hintergründe jihadistischer Radikalisierung in der Schweiz»

Jihadistische Radikalisierung findet in der Schweiz weder über die Moschee noch über das Gefängnis statt

«Mit dem Nachwuchs in den Jihad», «Erkan wird Islamist», «Aus Winterthur in den Heiligen Krieg».
Dies nur einige Schlagzeilen der letzten Zeit zum Thema Jihadismus. Was steckt hinter dem Phänomen?
Die ZHAW-Studie zeigt, dass der Hinwendungsprozess in der Schweiz weder über die Moschee noch über das Gefängnis stattfindet.
Hingegen kommt dem Internet, namentlich Social Media, eine wichtige Rolle zu bei der Rekrutierung und beim Radikalisierungsprozess.

Die Studie kommt zum Schluss, dass die vielfältigen und komplexen Faktoren, welche eine jihadistische Radikalisierung begünstigen, eine Auflistung von Kriterien für ein Gefährdungsprofil unzulässig macht, da genauso auch politische Überlegungen, welche bspw. in Diskriminierungs-und Opfererfahrungen von Muslimen wurzeln können, zu berücksichtigen sind.
Somit gilt es, jeden Fall in seiner Individualität zu betrachten.

Wichtige Partner liegen im sozialen und schulischen Bereich, wobei die Studie n.a. auch die VIOZ erwähnt, die als Kantonaler Dachverband sowie durch ihre Mitglieder ein grosses Spektrum an verschiedenen religiösen Dienstleistungen anbietet (z.B. Freitagsgebet, Bestattungen), wie auch spezielle Angebote für Frauen, Kinder oder Jugendliche.
Während die soziale Funktion der Moschee auf der Gemeindeebene von der Ehe- und Elternberatung bis zur Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung reicht, umfasst das Engagement auf zivilgesellschaftlicher Ebene die Seelsorgearbeit im Krankenhaus und Gefängnis sowie die Zusammenarbeit im interreligiösen Dialog oder mit Gemeinde- und Kantonsstellen.
Klar angesprochen wird auch die Mittelbegrenzung für dieses wichtige eherenamtliche Engagement aufgrund der fehlenden öffentlich-rechtlichen Anerkennung.

Die ganze ZHAW-Meldung vom 16.09.2015 finden Sie hier.
Den detaillierten Schlussbericht “Hintergründe jihadistischer Radikalisierung in der Schweiz” finden Sie über diesen Link.

(Quelle ZHAW, 16.09.2015)