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Zürcher Unterländer vom 2. Februar 2018: «Kanton Zürich gibt ein Beispiel ab»

“Bundesrätin Simonetta Sommaruga machte sich gestern ein Bild davon, was der Kanton Zürich im Kampf gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus an Nachahmenswertem für die übrige Schweiz vorzuweisen hat.
Letzten Dezember wurde ein nationaler Aktionsplan gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus präsentiert. Er war von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden gemeinsam erarbeitet worden und listet 26 Massnahmen auf. Das Rad wurde dabei nicht neu erfunden.
Denn es gibt Beispiele, wie die Problematik angegangen werden kann – der Aktionsplan soll dazu beitragen, dass das erworbene Wissen weiterverbreitet wird und Nachahmung findet. «Zürich spielt hier eine Vorreiterrolle», sagte gestern die eidgenössische Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP). Sie verbrachte den ganzen Tag im Kanton Zürich, um sich im Einzelnen ein Bild zu machen. […]

Am Morgen hatte Sommaruga das Zentrum für Kinder- und Jugendforensik der Psychiatrischen Uniklinik besucht. Hier wurde von Fachleuten ein Programm zur Deradikalisierung jugendlicher Straftäter entwickelt.
Die nächste Station im Besuchprogramm war die Strafanstalt Pöschwies. Auch wenn es bei der Extremismusbekämpfung nicht nur um den Islamismus geht, so spielt er doch eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang als beispielhaft gilt die Pöschwies unter anderem deshalb, weil sie als erste Schweizer Strafanstalt einen hauptamtlichen Imam beschäftigt.
Sakib Halilovic hat seine Arbeit am 1. Juni aufgenommen und kann einen CAS in Gefängnisseelsorge vorweisen. Absolviert hat er die dreijährige Ausbildung an der Universität Bern bei seinem evangelischen und ebenfalls in der Pöschwies tätigen Kollegen Frank Stüfen. Wie dieser gestern mitteilen konnte, wurde an der Uni Bern gerade der Grundsatzentscheid gefällt, dass ein entsprechender Kurs auch für Imame aufgegleist wird, die keine universitäre Vorbildung vorweisen können und nur mit kleineren Pensen in Gefängnissen tätig seien. Imam Halilovic verneinte gestern auf Anfrage, dass es in der Pöschwies radikalisierte Gefangene gebe. […]”

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Quelle: zuonline.ch, 02.02.2018
Bildquelle: Basierend auf Screenshot von zuonline.ch, vom 02.02.2018