SRF News vom 22. Februar 2018: «Die Last muss auf verschiedene Schultern verteilt werden»

“Muris Begovic kümmert sich als Imam in Schlieren seit langem um die Sorgen von Muslimen. Nun soll er Unterstützung erhalten. Der Kanton Zürich will weitere Seelsorger ausbilden. Es brauche sie dringend, glaubt Begovic.

Sie kümmern sich schon lange um die Sorgen von Muslimen. In welchen Situationen werden Sie als Seelsorger gebraucht?
Da gibt es unzählige Beispiele: ein Kind ertrinkt im Schwimmbad, ein Familienmitglied wird plötzlich schwer krank oder steht an der Schwelle des Todes und die Familie muss entscheiden, ob die Geräte abgestellt werden.

Im Vorfeld konnte man lesen, es gebe im Islam keine Seelsorger. Stimmt das?
Es gibt keine Institutionen. Die Seelsorge gibt es sehr wohl. Ein Imam war der Seelsorger der Gemeinde. Viele Musliminnen und Muslime in Zürich gehören zwar keiner Gemeinschaft an. In Notsituationen stellen sich dann aber plötzlich Sinnesfragen und die Menschen haben das Bedürfnis nach einem Seelsorger.

Der Kanton möchte zehn Seelsorger ausbilden. Braucht es sie alle?
Ich bin seit zehn Jahren Seelsorger. Die Belastung wiegt schwer. Ich freue mich auf den Zeitpunkt, wenn wir zehn Seelsorger haben und die Last auf verschiedene Schultern verteilt wird. […]”


Den ganzen Beitrag finden Sie hier.

Quelle: srf.ch, 22.02.2018
Bildquellen: Screenshots von rf.ch vom 22.02.2018