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reformiert.info vom 28. September 2017: «Weckruf für Blauäugige»

Reformiert.info hinterfragt ein zuletzt erschienenes Buch, das vorgibt ein sachliches Bild über Schweizer Moscheen wiederzugeben. So wird in diesem Zusammenhang ‘in zahlreichen Interviews’ vor einer ‘Unterwanderung der Gesellschaft durch Islamisten’ gewarnt. Reformiert.info hält jedoch fest:

Weggewischt ist damit das Bild von 
den im Ländervergleich gut integrierten Schweizer Muslimen, wie es der Religionsmonitor der deutschen Bertelsmann-
Stiftung kürzlich gezeichnet hatte.

Ebenso ‘selektiv’ wird über die Imamausbildung und Zulassung von Predigten berichtet:

Nur fehlt im Buch der Hinweis, dass zum Beispiel die muslimische Gemeinschaft Bosniens Imame nur mit einer offiziellen Erlaubnis predigen lässt, viele von ihnen werden an der Universität Sarajevo ausgebildet. Das gilt auch für Diasporamoscheen in der Schweiz, die vielerorts Anbiederungsversuchen islamistischer Kreise widerstehen.

“Die Vereinigung Islamischer Organisationen des Kantons Zürich (Vioz) sei kein Ansprechpartner für den Staat, weil ihm Diyanet-Moscheen angehören, schreibt sie. Ungesagt bleibt, dass die Türkei Religion lange vor Präsident Recep Erdogan als Werkzeug im Kampf gegen Minderheiten wie Aleviten und Kurden benutzte.
Und solange keine Imame in der Schweiz ausgebildet werden können, kann es gar keine Prediger ohne Verbindung nach Ankara geben. Es ist der klassische Zirkelschluss, der die Islampolitik blockiert. Kommt hinzu, dass die Türkei Imame in der Diaspora nach wenigen Jahren auswechselt, damit sie sich ja nicht integrieren. Auch hier wäre Handlungsbedarf, der unerwähnt bleibt.”

Fragwürdig sind jedoch die Schlüsse, die sie aus ihrer Recherche zieht, die vor allem auf Medienberichten basiert.

“Bekenntnis zur Religionsfreiheit. Es ist eben gerade wichtig, dass sich in der Vioz auch Gemeinden finden, die Nachholbedarf haben bei Integration und Wertekonsens.
Als Mitglieder bleiben sie zugänglich und bekennen sich zur Vioz-
Grundsatzerklärung, die unmissverständlich zum Rechts­staat und zur freien Wahl der Religion steht und «in der Vielfalt der Religionen und Konfessionen ein universales Gesetz» erkennt.”

Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Quelle: reformiert.info, 28.09.2017