NZZ vom 29. Dezember 2017: «Die Burka-Initiative wird zum Testfall werden»

“Für die Regelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat sind in der Schweiz die Kantone zuständig. Das sei nicht mehr zeitgemäss, findet der Politologe Antonius Liedhegener. Er plädiert für eine Verfassungsrevision. […]

Es ist nicht zufällig, dass die Idee regelmässig aufflackert. Auslöser ist stets die Diskussion über die Burka, doch das ist ein Oberflächenproblem. Im Hintergrund steht etwas anderes. […] Es geht derzeit immer um den Islam. Man schreibt von Religionen, meint aber zumeist nur eine. Die Schweiz hat sich mit dieser Diskussion in eine Sackgasse bewegt. Die Einzigen, denen diese Debatte gefallen kann, sind die Islamisten. […]

Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Allein aus der Pressemitteilung der Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich zum kürzlich veröffentlichten Wertepapier der CVP kann man die ganzen Verletzungen herauslesen, die diese Diskussion bei den meisten Schweizer Muslimen auslöst.
Bereits 2005 hat sich die Organisation in einer Grundsatzerklärung bedingungslos für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ausgesprochen. Dass sie immer und immer wieder mit Intoleranten und Extremisten in denselben Topf geworfen wird, verletzt sie.

[…] Man sollte die demokratischen und die konservativ-frommen Kräfte stärken und die extremistischen isolieren und marginalisieren. Die Politik und die Medien erreichen mit der heutigen Debatte aber den gegenteiligen Effekt. Auch die Wertedebatte der CVP ist eine Problematisierung en bloc. […]”

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Quelle: nzz.ch, 29.12.2017
Bildquelle: Screenshot von nzz.ch vom 29.12.2017