NZZ vom 16. Februar 2018: «Wie eine muslimische Seelsorgerin gegen Radikalisierung im Asylzentrum kämpft»

“Belkis Osman ist muslimische Seelsorgerin im Asylzentrum des Bundes in Zürich. Als Brückenbauerin leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Deradikalisierung. […] Zuhören, verstehen, Verständnis zeigen – das ist die Aufgabe von Belkis Osman.
Die Vizepräsidentin der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) arbeitet zusammen mit zwei Kollegen als muslimische Seelsorgerin im Asylzentrum des Bundes in Zürich Altstetten.
Im Rahmen eines eineinhalbjährigen Pilotprojekts kümmert sie sich dort im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM) um Flüchtlinge.

Das Angebot läuft nun noch bis Ende Juni 2018, wie das SEM am Freitag vor den Medien in Bern mitteilte. Was danach passiert, steht in den Sternen. «Das Pilotprojekt zeigt positive Resultate», sagte Projektleiter David Keller. Die Arbeit der muslimischen Seelsorgerin werde von den Asylsuchenden, von den Mitarbeitenden und der christlichen Seelsorge, die in den Schweizer Asylzentren seit den 1990er-Jahren präsent ist, «positiv beurteilt». Durch das Angebot hätten Spannungen im Asylzentrum abgebaut werden können. Längerfristig gewünscht wird ein Ausbau der muslimischen Seelsorge auch in anderen Bundesasylzentren. […]

Osman selber befindet sich noch in der seelsorgerischen Weiterbildung an der Universität Bern, die sie voraussichtlich im Mai abschliessen wird. Die 51-jährige Schweizerin mit türkischen Wurzeln gehört der sunnitischen Gemeinschaft an, vertritt laut SEM einen «moderaten Islam». Die Glaubensrichtung spiele während der Seelsorgegespräche allerdings keine Rolle, sagt sie. Religion sei nur am Rande ein Thema. «Das hier ist kein Gebetsraum.» Sie gebe keine Unterweisungen, keinen Islamunterricht. In einem Gestell stehen Koran und Bibel lediglich für den Fall bereit, dass der Wunsch nach einem Bittgebet aufkommen sollte.
Über Politik werde hier in der Regel ebenfalls nicht gesprochen. Vielmehr vermittelt Osman zwischen den Kulturen, schlägt Brücken zwischen der Schweiz und den Herkunftsländern.
Das tut sie in Arabisch, Englisch oder Deutsch. […]”

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Den Schlussbericht des SZIG der Universität Fribourg zuhanden des Staatssekretariats für Migration finden Sie hier.

Quelle: nzz.ch, 16.02.2018
Bildquelle: Basierend auf Screenshot von nzz.ch vom 16.02.2018 und VIOZ