Limmattaler Zeitung vom 23. Februar 2018: «Wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung des Islam»

“Der Anteil der Muslime an der Bevölkerung des Kantons Zürich steigt seit Jahren. Er liegt mittlerweile deutlich über sechs Prozent. Zum Vergleich: 1980 war erst ein Prozent der Zürcher Bevölkerung muslimisch.
Der Umgang mit Muslimen im Alltag ist längst Normalität. Dennoch ist er von Ängsten und Vorurteilen belastet. Die Angst vor einer fundamentalistischen Unterwanderung führte denn auch 2015 zum Scheitern eines Projekts für muslimische Notfallseelsorge. Jetzt nimmt SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr einen neuen Anlauf für eine diesmal breiter abgestützte muslimische Spital- und Notfallseelsorge. Einbezogen hat der Kanton nebst der Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich auch die Landeskirchen und das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft der Uni Freiburg. Bei der Sicherheitsüberprüfung der Kandidatinnen und Kandidaten, die sich als muslimische Seelsorger in Spitälern und bei Blaulichtorganisationen betätigen wollen, wirkt zudem die Polizei mit.
Gerade weil der Umgang mit der muslimischen Bevölkerung oft von Ängsten und Vorurteilen geprägt ist, sind solche Projekte von grosser Bedeutung. Sie sind wichtig als Schritt in Richtung Gleichberechtigung des Islam. Von einer staatlichen Anerkennung der islamischen Glaubensgemeinschaft analog zu den Landeskirchen sind wir noch Jahre entfernt. Doch wenn eine Bevölkerungsgruppe derart wächst, ist Integration das Gebot der Stunde.”

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Quelle: limmattalerzeitung.ch, 23.02.2018
Bildquelle: Screenshot von limmattalerzeitung.ch vom 23.02.2018