Islamische Zeitung vom 31. Januar 2018: «Jeder zweite Muslim fühlt sich in der Eidgenossenschaft ausgegrenzt»

“Zum Anfang des Jahres wurde eine Erhebung über Diskriminierungserfahrungen Schweizer Muslime veröffentlicht. Die Studie des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern ag wurde 2016 vom Schweizer Ableger der Union Europäisch-Türkischer Demokraten in Auftrag gegeben. „Zur breiten Diskussion über die Situation gegenüber Politik, Behörden und Medien besteht bisher wenig Einblick in der Schweiz“, hieß in der Studien-Einleitung, die von den Demoskopen lanciert wurde. […] 

Durchgeführt wurde sie in einer möglichst breiten Trägerschaft, um Zugang zu auskunftswilligen Personen zu schaffen. Diese Träger waren: Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, Türkische Gemeinschaft Schweiz, Federation Islamischer Vereine Schweiz, Türkisch-Islamische Stiftung, MÜSIAD Schweiz sowie die Basler Muslimkommission. Über 5.000 Muslime gaben ihre Adressen an die Meinungsforscher , die letztendlich die Antworten von 511 Personen auswerteten. […] Über 5.000 Muslime gaben ihre Adressen an die Meinungsforscher , die letztendlich die Antworten von 511 Personen auswerteten. gfs-Chef Golder bezeichnete die Erhebung zwar als nicht repräsentativ, dennoch sprach seine Einrichtung von einer „Pilotstudie“. […]

42 Prozent der teilnehmenden Frauen stimmten der Frage zu: „Wenn ich mit dem Kopftuch in die Öffentlichkeit gehe, werde ich negativ darauf angesprochen oder gar ­beschimpft.“ Noch höher ist der Anteil der ­befragten Frauen (56 Prozent), die in der ­Öffentlichkeit wegen ihrer Kleidung körperliche Gewalt erleben mussten.
Die absolute Mehrheit der TeilnehmerInnen ist der Ansicht, dass die Schweiz in ihrer Gänze nicht genug gegen Rassismus (74 Prozent) und Islamfeindlichkeit (80 Prozent) unternehmen würde. Hingegen erlebte nur eine Minderheit der Schweizer Muslime direkt Hasskriminalität am eigenen Leibe. Zu den häufigsten Sphären, in denen die Teilnehmenden in den 12 Monaten zuvor Diskriminierungen erfuhren, gehören: Arbeitssuche, Öffentlichkeit, Berufsleben, Wohnungssuche, Verwaltung und im Bildungssektor.
Verantwortlich für die allgemeine Stimmungslage sowie ihre Erfahrungen machten die befragten Muslime insbesondere Politik und Medien. […]

Den ganzen Artikel finden Sie hier.
Die Pilotstudie der GFS Bern finden Sie hier.

Quelle: islamische-zeitung.de, 31.01.2018
Bildquelle: Basierend auf Screenshot von islamische-zeitung.de vom 31.01.2018