GFS Bern vom 3. Januar 2018: «Pilotstudie Diskriminierungserfahrungen Muslime in der Schweiz»

“Im Rahmen der Studie Zusammenleben in der Schweiz, welche gfs.bern im Auftrag der Fachstelle für Rassismusbekämpfung während 6 Jahren aufgebaut hat, kam wiederholt zum Ausdruck, dass muslimfeindliche Tendenzen in der Schweiz relativ weit verbreitet sind.  Vor diesem Hintergrund ist die Perspektive der Musliminnen und Muslime, die in der Schweiz leben zentral, um das Phänomen auch seitens der Betroffenen ausleuchten zu können. Vorliegende Pilotstudie versteht sich als Beitrag, diese wichtige Forschungs- und Informationslücke von grosser Relevanz in der Schweiz schliessen zu helfen.

Rund ein Drittel der Befragten Muslime und Musliminnen gibt an, selber Diskriminierung oder gar Hasskriminalität erlebt zu haben und zwar in den allermeisten Fällen aufgrund der Erkennbarkeit der Zugehörigkeit zur muslimischen Gemeinde beispielsweise wegen eines Kopftuchs oder wegen des Namens. Die meisten Diskriminierungserfahrungen geschehen bei der Arbeitssuche oder im Beruf sowie im öffentlichen Raum.

Eine Hauptachse der Problemlast liegt nach Ansicht der Befragten Muslime und Musliminnen im öffentlichen Umgang mit der muslimischen Gemeinde. In die Verantwortung genommen werden Medien einerseits, Behörden und Politik andererseits. Das kann sich durch das Gefühl äussern, bei der Meldung von Hasskriminalität nicht ernst genommen zu werden oder von der Politik überhaupt nicht vertreten zu sein. Breit kritisiert wird auch die aus Sicht der Muslime in den Medien zu wenig differenzierende Darstellung von Terrorismus, Islamismus und Fragen der muslimischen Glaubensgemeinschaft.  Die Kritik an Problemen innerhalb der Gemeinde, vor allem mit Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, wird dagegen nur klar minderheitlich geteilt.”

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Die Pilotstudie der GFS Bern finden Sie hier.

Quelle: gfsbern.ch, 03.01.2018
Bildquelle: Basierend auf Screenshot von gfsbern.ch vom 03.01.2018