Basler Zeitung vom 20. Dezember 2017: «Zürcher Muslime werfen CVP-Chef ‘Kulturkampf’ vor»

“Die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) kritisiert das neue CVP-Papier.
Muslime würden auf platte und unbelegte Vorurteile reduziert. Die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) ist es leid, sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Letzten Sonntag machte die CVP ihr Parteipapier zu «Werten und Rechtsstaat» publik. Dabei handelt es sich um eine Offensive gegen den politischen Islam in der Schweiz. Gefordert wird unter anderem ein Kopftuchverbot an Schulen und ein Einreiseverbot für Fundamentalisten. […] Darin sollen sich Zuwanderer nicht nur auf die Einhaltung von Menschenrechten, sondern auch auf die «Respektierung unserer Werte» verpflichten.

Nun hat auch die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) reagiert. Sie gilt als offizielle Repräsentantin aller Zürcher Muslime, vertritt aber in erster Linie gemässigte bis konservative Organisationen.
«CVP-Präsident Gerhard Pfister hält offenbar an einer oberflächlichen und unkonstruktiven Identitätspolitik fest», heisst es einleitend in der Medienmitteilung.
Pfister sei bereits 2015 und 2016 dabei gescheitert, eine ähnliche Debatte in Gang zu bringen, als er die Behauptung aufstellte, «Muslime würden zur Schweiz gehören, der Islam aber nicht». […] Anschliessend nimmt der Dachverband zu den einzelnen Forderungen des CVP-Papiers detailliert Stellung.
Zur Unantastbarkeit des modernen Rechtsstaats heisst es, dass sich VIOZ bereits 2005 in einer Grundsatzerklärung «bedingungslos» unter anderem zur Demokratie und zur Rechtsstaatlichkeit ausgesprochen habe.
Die CVP will kein Parallelrecht und keine Parallelgesellschaften tolerieren. Damit rennt sie bei Vioz offene Türen ein: «Weder die Vioz noch ihre Mitgliedsorganisationen fordern ein Parallelrecht oder Parallelgesellschaften. Wir stehen dezidiert in Wort und Tat für die Integration, den gesellschaftlichen Frieden und den interreligiösen Dialog.» […]

Vioz stellt schliesslich fest, dass es schleierhaft sei, weshalb Pfister einen «solchen Kulturkampf erneut herbeizusehnen scheint». Statt sich für ein friedliches Zusammenleben, unabhängig der Religionszugehörigkeit und Weltanschauung, auszusprechen, würden muslimische Bürgerinnen und Bürger mit diesem CVP-Papier erneut «auf platte und unbelegte Vorurteile» reduziert.”

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Die VIOZ Medienmitteilung mit allen Positionen finden Sie hier.

Quelle: bazonline.ch, 20.12.2017
Bildquelle: Screenshot von bazonline.ch vom 20.12.2017